Literaturprojekt Klasse 9e im Schuljahr 2007/2008

August 18, 2008

Das folgende Literaturprojekt zu Thomas Brussig „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ entstand im Schuljahr 2008/2009 im Deutschunterricht des Gymnasiums Ottobrunn in der Notebookklasse 9e.

Die Schüler der Klasse 9e bearbeiteten das Buch in Form eines Notebookprojekts als WebQuest. Die Klasse bildete verschiedene Gruppen, die jeweils eine eigene Literaturredaktion bilden sollten. Aufgabe war die Erstellung einer Onlinezeitung in Form eines Blogs. Die Schüler sollten sich die gewählte Lektüre selbstständig aneignen. Die Literaturredaktionen sollten sich einen eigenen Namen geben und unterschiedliche Rollen innerhalb der Gruppe festlegen.

Die Schüler bearbeiteten während des ca. dreiwöchigen Projekts verschiedene vorgegebene Aufgaben. Dazu gehörte die Erstellung eines Steckbriefs zu den Personen der Geschichte, das Schreiben einer Zeitungsreportage mit Bildern zum Leben in der DDR und der Bundesrepublik in der Zeit von 1970 bis 1980, das Schreiben eines Kommentars zu dem Buch und die grafische Darstellung der Beziehung zwischen den Hauptpersonen. Verlangt war zudem die korrekte Zitierweise und die zutreffende Wiedergabe von verwendeten Bildquellen.

Die Ergebnisse der Gruppen in diesem Projekt kann man in diesem Blog sehen.


Rezension zu Thomas Brussigs „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“

August 17, 2008

Professionelle Rezension

In seinem neuesten Roman erzählt Thomas Brussig (Helden wie wir) von einer Gruppe Ostberliner Jugendlicher, die in einer kleinen Straße unmittelbar neben der Mauer leben und versuchen mit den Verhältnissen in der DDR fertig zu werden.

Auch in diesem politisch äußerst brisanten Winkel der Welt sind die Probleme und Interessen der Jugend erst einmal gar nicht so anders wie es sonst irgendwo der Fall ist. Doch immer wieder gibt es ein paar sehr spezielle Probleme: ein Liebesbrief wird von einem Windstoß gepackt, segelt über die Mauer und landet im Todesstreifen – der arme Empfänger wird nie mit Sicherheit erfahren, wer denn da nun für ihn schwärmte.

Der Musikgeschmack unterscheidet sich auch nicht großartig von dem ihrer westlichen Altersgenossen, jedoch gibt es gewisse Schwierigkeiten an Platten verbotener Bands, wie den Rolling Stones, zu gelangen. Als ein Volkspolizist auch noch eine Kassette mit verbotener Musik beschlagnahmt, diese auf seiner Beförderungsfeier abspielt, und zur Strafe gleich wieder um zwei Ränge degradiert wird, wird das Leben auch nicht gerade leichter. Und immer wieder ist da der Westen, in Form von hämischen Beobachtern, die von einer Beobachtungsplattform das Leben im Osten beobachten und sich über das putzige Verhalten, das sie teilweise beobachten dürfen, köstlich amüsieren.

Thomas Brussig hat mit Am kürzeren Ende der Sonnenallee keinen politischen Roman geschrieben, es ist keine Abrechnung mit einem Staat, der seine Bürger jahrzehntelang geknechtet hat. Er verklärt die Verhältnisse allerdings auch nicht, sondern macht sie zu dem was sie für viele Bürger der DDR zweifelsohne waren: Zum alltäglichen Wahnsinn.

Thomas Brussig sprüht ein Feuerwerk an bunten Ideen ab: Die Westverwandtschaft, die Güter schmuggelt, deren Einfuhr überhaupt nicht untersagt ist; junge Verschwörer, die erst in ihrer Polizeizelle merken, dass sie sich bei ihrem Plan, das gesamte Gebiet der DDR käuflich zu erwerben, wohl um ein paar Nullen verrechnet haben;  betrunkene FDJler, die Autos aus dem Westen anhalten und ihren Insassen sozialistische Kampflieder singen; schwule Tanzlehrer und vieles mehr.

Herrliche Charaktere, wunderbar spaßige Situationen, die doch alle nicht unrealistisch sind und auch in ihrer Komik das Leben in der DDR  verdeutlichen. Die Hauptpersonen leiden, sie leiden, wenn sie vom rachsüchtigen Polizisten ausgerechnet mitgenommen werden, wenn sie zu ihrer wichtigen Verabredung wollen oder wenn ihnen ein Redebeitrag für den nächsten Parteitag aufgebrummt wird.

Doch der Leser muss bei Brussig in ‚keinster‘ Weise leiden. Für ihn offenbart sich eine Riesen-Fundgrube schwarzen Humors und bissiger Satire. Thomas Brussig hat mit Am kürzeren Ende der Sonnenallee das witzigste Buch des Jahres geschrieben.

Kommentar

Meiner Meinung nach ist die Rezension gut gelungen, mit geeigneten Textbeispielen zu einzelnen Personen, deren Bedürfnisse  und deren Art des Wiederstands gegen die DDR  wird Spannung  und Lust auf das Buch geweckt.  Zudem erklärt der Autor gut die Aussage und den Inhalt des Buches. Das Buch  wird zu Recht gelobt, jedoch fehlt in der Rezension ein Verweis auf Miriam und Die Existenzialistin, welche eine zentrale Rolle spielen.

Eigene Rezension

Der Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig handelt es von einer Gruppe Jugendlicher, die in Ostberlin wohnt und den „alltäglichen Irrsinn“ der DDR erlebt und mit diesem fertig wird und sich sogar gegen das System wehrt. Diese haben ähnliche Interessen wie Westberliner. Sie hören Musik, albern herum und interessieren sich für Mädchen. Nur ist es natürlich für sie anders. Sie versuchen jedoch mit den Verhältnissen in der DDR zurechtzukommen. In diesem Buch werden die Schattenseiten der DDR vernachlässigt oder nur in Nebenhandlungen erwähnt.

Die Hauptperson Michael Kuppisch, die von ihren Freunden Micha genannt wird, hat mit normalen jugendlichen Problemen zu tun, welche sich nicht von denen von Westlern unterscheiden. Das Buch strotzt vor humorvollen und zum nachdenken animierenden Szenen, von dem  Mädchen, Miriam, welches sich ihm bei der Vorbereitung einer Rede nähert, jedoch vor dem Kuss aufs Pult gerufen wird, davor aber verspricht ihn nachzuholen, was sie sehr lange heraus zögern wird, bis zu gespieltem Hungern vor BRD Touristen ist alles dabei.

Währenddessen erlebt sein Freund Marco erste Kontakte mit einer älteren Freundin.  Andere Freunde hingegen haben Probleme bei der Beschaffung illegaler Schallplatten.

Der Onkel der Hauptperson, der unter großer körperlicher Anstrengung Waren in die DDR schmuggelt, deren Import legal ist, ein rachesüchtiger Wachmann der Micha das Leben schwer macht, eine Mutter, die ihren Sohn auf einer Eliteuniversität sehen will und deswegen alles tut, um bei der Regierung Eindruck zu schinden und ähnliche Charaktere peppen die Geschichte auf

Das Buch steckt voller Satiren und schwarzem Humor, beinhaltet aber auch Szenen in die man sich sehr gut selbst hineinversetzen kann und den Leser zum Nachdenken animieren.

Quellen:

http://www.thomasbrussig.de/


Die Musik als Medium gesellschaftlichen Widerstandes“ oder „Warum werden Lieder verboten“; Erläuterung des rebellischen Handelns der Person Mario aus dem Buch „Am anderen Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig

August 17, 2008

Vom Thrakerprinzen Orpheus, dem Sohn der Muse Kalliope, der mit seinem Gesang sogar die wesenlosen Schatten der Unterwelt zum Weinen brachte, und den Sirenen, die mit ihren lieblichen Stimmen die Seefahrer ins Verderben führten bis zu Jimi Hendrix und anderen Künstler wie der Band „The Who“, die auf dem Woodstock-Festival die Botschaft „Make love not war“ propagierten, war die Musik immer die Stimme des Einzelnen, sowie der Gesellschaft; ein Medium des Widerstandes, sowie der Unterdrückung und Propaganda.

In jedem totalitär regierten Land von Afghanistan mit dem Talibanregime bis zur Diktatur des Proletariats in der UDSSR wurden bestimmte Lieder oder Musikrichtungen verboten – aber warum?

Ein Grund der hierfür wichtig ist, ist mit Sicherheit die verbindende Wirkung der Musik. Sie kann Menschen zusammenführen und ihr Bewusstsein als Resonanzkörper im Gleichklang schwingen lassen. Dieser Effekt war und ist bei autoritären Machthabern in der ganzen Welt gleichsam gefürchtet wie geliebt. Er ist ein willkommenes Mittel um die Bürger im dionysischen Rausch der Rhythmik und der Melodie zu fanatisieren, ist aber auch in der Lage die Menschen zu mobilisieren, dazu zu bringen aufzustehen und für ihre Freiheit zu kämpfen. Dieser Effekt wurde mehrfach durch wissenschaftliche Versuche und Studien bestätigt. Die Musik kann ein Gemeinschaftsgefühl unter den Menschen schaffen. Wie beim Stanford-Prison-Experiment zu beobachten, neigt ein Mensch, der sich als Teil einer Gruppe sieht, sämtliche gesellschaftliche Konventionen und Zwänge der Moral abzuwerfen. Eine durch Musik in Aufruhr gebrachte Bevölkerungsgruppe kann sich somit zu einem politischen Brandherd entwickeln, an dem ein totalitäres Regime zu Grunde gehen kann.

Damit ein Lied einer Diktatur gefährlich werden kann, muss es nicht einmal einen explizit politischen Inhalt haben. Ein Stück über eine Liebesbeziehung kann dabei genauso politisch sein wie ein antifaschistischer Song, wenn er durch die vermittelten Inhalte verdeckt eine gesellschaftliche Misslage aufdeckt oder eine Veränderung anregt. Beispielsweise hatten die Spirituals der schwarzen Sklaven in Amerika offizielle zwar Bibelgeschichten als Thema, wurden manchmal aber auch als Mittel der verschlüsselten Kommunikation genutzt. So waren Lieder, die das „promised land“  thematisierten, oft Aufforderungen an die Sklaven selbst in ihr gelobtes Land, die sklavenfreien Nordstaaten, zu fliehen.

In sozialistischen Staaten wie der DDR versuchte der Staat alle Bereiche des kulturellen Lebens zu kontrollieren. Nur Musiker, die der Ideologie der Partei entsprachen, durften auftreten oder Platten veröffentlichen. Dem Zwang dieser Anpassung an die Vorstellungen des Regimes widersetzten sich mehrfach Bands wie „Plastic People oft the Universe“, die trotz zahlreichen Diffamierungskampagnen und Repressalien durch die Regierung zu einem Symbol der Opposition und langfristig zum kulturellen Wegbereiter des gesellschaftlichen Wandels wurden.

Man kann die Rolle solcher Gruppen für diesen nicht hoch genug einschätzen. Sie machten ihren Mund auf und  riskierten verhaftet oder von der Regierung als Verrückte, Asoziale, Feinde der Partei verleumdet zu werden. Denn die einzige Alternative wäre gewesen zu schweigen,  weiter so zu tun, als ob die Welt in Ordnung sei und alles so bleiben solle wie bisher.

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Eine wichtige Rolle im Buch „Am anderen Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig spielt mit Sicherheit die Figur des Mario. Dieser junge Mann wandelt sich im Laufe des Buches vom aufsässigen Jugendlichen mit den langen Haaren zum belesenen Vater eines kleinen Kindes. Er ist ein Charakter, der auf vielfältige Art und Weise gegen das DDR-Regime rebelliert. Im Folgenden möchte ich ausführen wie und in welchen Situationen er gegen die Regierung aufbegehrt hat.

Am Anfang des zweiten Kapitels drückt sich Marios Rebellion dadurch aus, dass er zusammen mit seinen Freunden verbotene Musik, wie die Lieder der Rollingstones oder den Song „Moscow, Moscow“ der Band Wonderland hört. Die Musik als Medium des gesellschatlichen Widerstands nutzten auch zahlreiche oftmals unterdrückte Musikgruppen wie die Band „Plastic People off the Universe“ (siehe oben). Die Verunglimpfung des Lenin-Zitats: „Die Partei ist die Vorhut der Arbeiterklasse“ in „Die Partei ist die Vorhaut der Arbeiterklasse“, die einer Beleidigung des gesamten sozialistischen Staates gleichkommt, ist ein vorläufiger Höhepunkt in den aufrührerischen Aktivitäten Marios. Seine Tat erinnert an die Erika Riemanns, die im Alter von 14 ein Porträt Stalins mit Lippenstift beschmierte und daraufhin die nächsten zehn Jahre ihres noch jungen Lebens in verschiedenen sowjetischen Speziallagern verbringen musste. Im Rest des Kapitels fällt er nur noch ein weiteres Mal in dieser Richtung auf, da er im Sportunterricht in einem Moment pazifistischer Verklärung beim Handgranatenweitwurf ganz bewusst lediglich vier Meter weit wirft.

Sein Leben ändert sich jedoch im siebten Kapitel schlagartig mit dem Eintritt der Existentialistin in selbiges. Durch seine Liebe zu ihr beginnt er sich der Philosophie insbesondere dem Existentialismus hinzuwenden. Jean Paul Sartre, einer der bedeutendsten Schriftsteller dieser Strömung, kritisiert in seinen Werken die Ansicht das Wesen (die Essenz) eines Menschen schon vor seiner Geburt, also vor seiner Existenz, zu bestimmen. Der Mensch sei folglich nicht als Mensch, als biologisches Wesen, als Vernunftwesen oder eben als Parteimitglied oder Sozialist zu erfassen, solange nicht von seiner individuellen Existenz, ausgegangen wird. Da in Regimen die Auflösung des Individuums zu Gunsten der Masse angestrebt wird, hat diese Weltsicht das Potenzial eine Gefahr für die totalitäre Regierung zu werden. Der Rauswurf aus der Schule, nachdem er sich bei Direktorin Erdmute Löffeling zu Gandhi und Sartre bekennt, sogar Freiheit und Menschenrechte fordert, stellt einen Schnitt in seinem Leben dar. Von nun an lebt er mit seiner Freundin ganz nach den Regeln des Existentialismus,  rebelliert still und heimlich gegen den Staat, indem er die Werke von Autoren wie zum Beispiel Leo Trotzki liest, der die Form des in der Sowjetunion und der DDR vorherrschenden Kommunismus kritisiert.

In den Kapiteln elf bis dreizehn arbeiten er und die Existenzialisten daran, einen autonomen Staat auf dem Gebiet der deutschen demokratischen Republik zu errichten. Nach ersten Plänen, die sie in Kapitel elf aushecken, nimmt das Vorhaben in Kapitel zwölf langsam Konturen an. Sie gehen davon aus, wenn genug Leute genug Land kaufen würden, könnte man diese Grundstücke zu einem zusammenhängenden Reich  vereinen. Das Vorhaben kann jedoch nie in die Tat umgesetzt werden, da Mario bei einer Reise in den Südwesten der DDR, bei der er für den Kauf in Frage kommendes Land inspizieren will, in Kapitel dreizehn im Grenzgebiet festgenommen wird. Als er auf sein Verhör wartet, fällt ihm ein fundamentaler Rechenfehler in ihrem Plan auf, was ihm plötzlich die Undurchführbarkeit seines Vorhabens vor Augen führt.

Im vierzehnten und letzten Kapitel widersetzt Mario sich der Staatsgewalt, indem er den Autokonvoi einer sowjetischen Delegation behindert, um die in den Wehen liegende Existentialisten rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen.

Quellen:

„Am anderen Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig

http://www.sterneck.net/komista/konsequente-musik/index.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Existentialismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Riemann


Zeitungsartikel über das Leben in der DDR und der BRD

August 17, 2008

Das Leben in der DDR 1970-1990

Vom Grundlagenvertrag bis zur Wende

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kann ein Großteil der deutschen Bevölkerung aufatmen: Der Westen blüht auf. Doch für 19 Millionen Menschen beginnt eine neue Ära der Unterdrückung, denn auf die Gründung der DDR 1949 folgt 1961 der Bau der Berliner Mauer.

Im Jahre 1970 findet dann die Errichtung von Selbstschussanlagen und die Einführung von Personenkennzahlen statt, beides Reaktionen auf die hohe Anzahl der Ausbruchsversuche aus der DDR. Infolgedessen normalisiert sich dieser Zustand des Eingeschlossenseins durch den Mangel an Alternativen, die Menschen passen sich an, das Gefängnis wird zur Gewohnheit.

Im Alltag verändert sich einiges, Frauen arbeiten nun neben Männern, weil der Familienunterhalt anders nicht bestritten werden kann, denn die Waren sind teuer und teilweise schwer oder nur in begrenzten Stückzahlen zu bekommen.

Die Wartezeit für ein Automobil („Trabbi“) beträgt mehrere Jahre. Wegen der Einführung der Pille als Verhütungsmittel und dem darauffolgenden „Schwangerschaftsknick“ wird das Großziehen von Kindern staatlich unterstützt und durch zinslose Darlehen und ähnliche Vorzugsbehandlungen gefördert. Für Kinder gibt es ein reichhaltiges Freizeitangebot, bestehend aus zahlreichen Ferienlagern und AGs, und durch das Bestehen der Pionierverbände beziehungsweise der FHJ wird auf militärische Werdegänge vorbereitet. Diese sind einzuschlagen, um die Möglichkeit eines Studiums nutzen zu können, welches jedoch nahezu jedem Bürger möglich ist, anders als das Abitur, an dem nur die besten Schüler teilnehmen können.

In der kommunistischen DDR besteht ein Einparteiensystem, in welchem sich die SED periodisch als Führungspartei „bestätigen“ lässt. Offiziell ist diese Partei bei der Bevölkerung sehr beliebt, in Wirklichkeit werden die Bürger jedoch in ihrer Meinungsfreiheiheit unterdrückt, da die Wahlen weder frei noch geheim sind.

Der wahrscheinlich wichtigste Aspekt des Lebens in der DDR ist die ständige staatliche Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit („Stasi“), welches in einem praktisch rechtfreien Raum agiert und durch Telefon- und Postüberwachung ein lückenloses Überwachungssystem unterhält. Ergänzt wird dieses durch unzählige Spitzel in der Bevölkerung, so ist es beispielsweise möglich, dass zwei Ehepartner sich gegenseitig überwachen.

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Das Leben im Westen 1970-1990

Drogenkonsum und freie Liebe

In der Bundesrepublik Deutschland ist für Nahrungsmittel, Kleidung und ähnliches gesorgt und eine Demokratie eingeführt, von den Besatzern wird Geld und Wohlstand „mitgebracht“. Das Alltagsleben der Bevölkerung dreht sich deshalb um andere Dinge als die Beschaffung der Nahrungsmittel: Auf die „Sexuelle Revolution“, die 1968 mit der Einführung der Antibabypille und der „freien Liebe“ in Erscheinung tritt, folgt bald das erste Auftreten der Immunschwäche AIDS. Frauen nehmen ihre Rolle in der Gesellschaft stärker wahr, was sich vor allem in der Frauenbewegung zeigt, welche nicht überall in der Bevölkerung Anklang findet, aber dennoch nicht ohne Folgen bleibt.

Infolge der verheerenden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki findet auch in dieser Richtung ein Umdenken statt, es entsteht eine wachsende Friedensbewegung und es wird stärker auf die Umwelt geachtet, die bis heute bestehende Partei „Die Grünen“ wird gebildet und etabliert sich im politischen Geschehen.

Die neue Kultur der „Hippies“ entsteht, woraus wiederum die Subkultur des „VW-mit-Blumen-anmalens“ (eng. „Flower Power“) hervorgeht, wie auch die des exzessiven Betäubungsmittelmissbrauchs. Doch auch Pop- und Rockmusik spielt eine große Rolle, vor allem bei Jugendlichen. Die lassen sich am liebsten von Bands wie den Beatles, den Rolling Stones oder ABBA beschallen. Außerdem bildet der Erfolg der „Neuen deutschen Welle“(1980) eine solide Grundlage für deutschsprachige Musik. Fünf Jahre vor dem Mauerfall 1989 entstehen dann auch erste Privatfernsehsender wie RTL und Sat1.

Quellen:

„Am anderen Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig

http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/UnruhigeJahre/neuesImWesten.html

http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/NeueHerausforderungen/EntwicklungenInDerKultur/index.html

http://www.derweg.org/deutschland/geschichte/deutschland1970-1980.html

http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/index.html

http://www.mdr.de/damals-in-der-ddr

http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/home

http://de.wikipedia.org/wiki/DDR


Veranschaulichung der Beziehungen der einzelnen Personen aus dem Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig

August 17, 2008

Doppelklicken Sie auf das Bild, wenn sie es vergrößern wollen!

Quellen:

http://www.thomasbrussig.de/


Deutung des Buchrückenzitats; Weiterschreiben der Geschichte des Buches „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig

August 17, 2008

„Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen.“

Dieses Zitat verweist auf die Geschichte als Ganzes, da sie praktisch die „Erinnerungen“ Mischas repräsentiert, jedoch beinahe nur positive, lustige, nachdenkliche, kurz: Bedeutsame Ereignisse enthält. Alles nebensächliche oder hauptsächlich negative, aber wenig bedeutsame wird nicht erwähnt. Dennoch werden jene Ereignisse, von denen erzählt wird, bis ins Detail ausgeführt. In den Erinnerungen wird alles geschönt, perfektioniert und negative Erlebnisse verdrängt.

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Zusätzliches Buchkapitel: Wuschels Flucht

Doch ein Ereignis gab es dann doch noch, das erzählenswert wäre: Nämlich Wuschels unabsichtliche Flucht in den Westen. Der war nach der Staubsaugeraktion, bei der sein kostbares Stones – Doppelalbum zerschossen wurde, dermaßen frustriert, dass er in seinem Leben keinen Sinn mehr sah. Und weil die Sommerferien gerade vorbei waren und er deshalb nicht einmal mehr die fünfzig West für ein neues Album erarbeiten konnte, beschloss er: Entweder würde er das Album sofort besorgen oder in den Todesstreifen rennen, und davon war ihm dringendst abgeraten worden. Also ersann er einen Plan: Er würde einen der Geldtransporte überfallen, die das neue DDR-Geld aus den Druckereien im Westen brachten, und es hätte ja vielleicht auch funktioniert, wäre ihm nicht ein gravierender Fehler unterlaufen.

Es war früh am Morgen, als er sich auf den Weg zur vorletzten Bank vor der Grenze machte, denn dieser Tage sollten wohl die Transporter von Bank zu Bank fahren, um das alte Geld abzuholen und das DDR-Geld auszuliefern, das hatte Wuschel für den Preis von einem seiner beiden Plattenspieler vom Plattendealer unter der Brücke erfahren; aber das war es ihm wert. Und Wuschel hatte wirklich ein enormes Glück, das dachte er zumindest: Denn der Laderaum war zwar verschlossen und auch der Schlüssel steckte nicht; aber die Beifahrertür war offen, sie abzuschließen war wohl vergessen worden.  Also quetschte sich der verzweifelte Wuschel hinter die Fahrbank, denn dort war etwas Stauraum, und bedeckte sich mit der dort lagernden Plane, und das gerade, als der Fahrer und ein Kollege das Fahrzeug betraten. Nach einem weiteren Halt passierten sie die Grenze, und Wuschel hatte fürchterliche Angst, dass er bemerkt würde, denn er hatte sich eingeklemmt, deshalb hatte er auch bisher noch nichts unternommen, aber es wurde wohl nicht für nötig befunden, einen Geldtransporter zu durchsuchen, oder der Zöllner war zu beschäftigt mit der Reparatur der beschlagnahmten Anlage, auf jeden Fall wurde Wuschel nicht entdeckt. Als der Wagen nach mehreren Stunden Fahrt dann hielt, weil der Fahrer sich eines Bedürfnisses entledigen musste, schaffte Wuschel es, sich zu befreien, also erhob Wuschel sich aus seiner Deckung, und bevor der Beifahrer ihn überhaupt bemerkte, war er schon bewusstlos. So war es keine allzu große Hürde, ihm den Schlüssel zum Frachtraum zu stehlen. Doch gerade als Wuschel aufgeschlossen hatte, kam der Fahrer zurück, und als er den bewusstlosen Beifahrer bemerkte, fuhr er noch mit offenem Hosenstall los, aus Angst, das gleiche Schicksal zu erleiden wie sein Partner. Dabei fielen die Geldkartons der Reihe nach auf die Fahrbahn, und für Wuschel gab es eine riesige Enttäuschung denn es war darin nur wertloses DDR-Geld enthalten. Aber Wuschel war nun immerhin im Westen, und so verzichtete er dann letztendlich doch darauf, in den Todesstreifen zu laufen.

Quellen:

„Am anderen Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig


Personen aus Thomas Brussigs „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“

August 17, 2008

Micha Kuppisch:

Alter: 15

Wohnort: Kürzeres Ende der Sonnenallee

Hobbies: Am Platz rumhängen, philosophiert, verbotene Musik, Tanzkurs, westl. Touristen auf den Arm nehmen

Charakter: schlau, pubertär

Beziehungen: liebt Miriam, Clique (Mario, Wuschel, Brille, Dicker)

Systemfreundlich: nein

Miriam:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Micha

Aussehen: sehr hübsch

Hobbies: quasseln, mit Westlern knutschen, Tanzen

Charakter: sensibel, gelassen, Flittchen, teilw. abwesend

Beziehungen: Schrapnell, Micha, Westler

Systemfreundlich: nein

Wuschel:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Platz

Aussehen: lange, wuschelige Haare

Hobbies: illegale Musik (Stones, etc.) Klapprad- fahren

Charakter: ruhiger Typ

Beziehungen: Clique, Frank, Hippie, Plattenverkäufer

Systemfreundlich: nein

Mario:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Platz

Aussehen: schwarze Haare

Hobbies: Befreiung der DDR, verkehrt mit Existenzialistin, , illegalen Musik, westl. Touristen verarschen,

Charakter: rebellisch, selbstbewusst

Beziehungen: Clique, Existentialistin, Sohnemann

Systemfreundlich: nein

Brille:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Platz

Aussehen: hat Brille

Hobbies: illegale Musik

Charakter: intelligent

Beziehungen: Clique

Systemfreundlich: nein

Schrapnell:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Platz

Aussehen: kaputtes Gesicht, hässlich

Hobbies: quasseln , Tanzen

Charakter: quasslig

Beziehungen: Miriam

Systemfreundlich: unbekannt

Dicker:

Alter: 15

Wohnort: Nähe Platz

Aussehen: dick

Hobbies: illegale Musik, Essen

Charakter: gefräßig

Beziehungen: Clique

Systemfreundlich: nein

Tuniertanzschwuchteln:

Alter: um die 30

Wohnort: Nähe Tanzschule

Aussehen: enge Kleidung, schwules Aussehen

Hobbies: Tanzen

Charakter: schwul

Beziehungen: andere Schwuchtel, Tanzlehrerin, Tanzschüler

Systemfreundlich: nein

Miriams Bruder:

Alter: 10

Wohnort: Mischa

Aussehen: klein

Hobbies: Match box Autos, Verhandeln

Charakter: selbstbewusst

Beziehungen: Familie von Miriam, Verehrer von Miriam#

Systemfreundlich: nein

Frau Kuppisch (Doris):

Alter: um Die 50

Wohnort: kürzeres Ende der Sonnenallee

Aussehen: teilweise 20 Jahre älter

Hobbies: rotes Kloster, beschützt Nachbarn, hält „Laden“ zusammen

Charakter: Systemtreu

Beziehungen: Familie von Micha

Systemfreundlich: nein

Bruder von Micha:

Alter: älter

Wohnort: k.E.d. Sonnenallee

Aussehen:

Hobbies: Militär

Charakter: militante Aussprache

Beziehungen: Familie von Micha

Systemfreundlich: ja

Herr Kuppisch (Horst):

Alter: Um die 50

Wohnort: bei Micha

Hobbies: Nachbarn verdächtigen, liest ungern DDR Zeitung

Charakter: Systemuntreu

Beziehungen: Familie von Micha

Systemfreundlich: nein

Sabine:

Alter: älter als Micha

Wohnort: bei Micha

Aussehen: hübsch

Hobbies: einen „Aktuellen“ haben

Charakter: hat gerne Spaß / Luder

Beziehungen: Familie von Micha/Aktuelle- F

Systemfreundlich: nein

Bergsteiger:

Hobbies: Bergsteigen, Sabine, Reisen

Beziehung: Sabine

Systemfreundlich: nein

Kulissenschieber:

Hobbies: Sabine, Jonglieren

Beziehung: Sabine

Systemfreundlich: nein

Pfarrer:

Hobbies: Gott, Sabine

Beziehung: Sabine

Systemfreundlich: nein

Parteiangehöriger:

Hobbies: Partei, Sabine

Beziehung: Sabine

Systemfreundlich: ja

Wunderrusse:

Aussehen: groß, Muttermal an der Stirn

Systemfreundlich: ja

Mafiosis

Wohnort: Westen

Aussehen: sizilianisch

Systemfreundlich: nein

AWO- Fahrer:

Alter: Erwachsen

Wohnort: im Westen

Aussehen: nicht bekannt, wegen ständigem Motorradhelmtragens

Hobbies: Motorradfahren, Miriam

Beziehungen: Miriam

Systemfreundlich: nein

AVB:

Alter: Erwachsen

Wohnort: (Nähe) Todesstreifen

Hobbies: Micha kontrollieren, verbotene Musik

Charakter: nachtragend

Beziehungen: Micha und Clique

Systemfreundlich: ja

Heinz (Onkel von Micha):

Alter: Erwachsen

Wohnort: Westler

Hobbies: Schmuggeln

Charakter: ängstlich familienfeindlich

Beziehungen: Familie (Bruder der Mutter)

Systemfreundlich: nein

Tanzlehrerin:

Alter: Erwachsen

Wohnort: bei der Tanzschule

Aussehen: dick

Hobbies: tanzen

Beziehungen: Tanzschwuchteln, Tanzschüler

Systemfreundlich: nein

Mario’s baby:

Alter: neugeboren

Wohnort: bei Mario

Beziehungen: Mario

Systemfreundlich: nein

Existenzialisten:

Alter: Anfang 20

Wohnort: in einer Wohnung

Aussehen: rote Haare, parisisch

Hobbies: will DDR befreien, künsteln,

Charakter: gerecht

Beziehungen: Freundin von Mario

Systemfreundlich: nein

Erdmute Löffeling:

Alter: Erwachsen

Wohnort: Lebt bei Schule

Aussehen: Groß

Hobbies: Lehrerin, Direktorin

Charakter: hämisch, Systemtreu

Beziehungen: Schule

Systemfreundlich: ja

Parteimensch:

Alter: Erwachsen

Wohnort: DDR

Hobbies: SED Kreisleitung, DDR gutstellen

Charakter: Systemtreu

Beziehungen: Erdmute

Systemfreundlich: ja

Gemüsefrau:

Alter: Erwachsen

Wohnort: Obstladen

Aussehen: Marktweib

Hobbies: Verkäufer

Charakter:

Beziehungen: kennt ganze Stadt

Systemfreundlich: ja

Gemüsemann (Günther):

Alter: Erwachsen

Wohnort: Obstladen

Aussehen: Atemgerät

Hobbies: Ziehen am Atemgerät

Charakter: redet nicht… kann nicht reden

Beziehungen: Mann der Gemüsefrau

Systemfreundlich: ja

Grenzkontrolleur:

Alter: Erwachsen

Wohnort: Todesstreifen

Hobbies: Mit Grenzüberquerern reden, System

Charakter: systemtreu

Beziehungen: andere Wächter und Passanten

Systemfreundlich: ja

Chauffeur:

Alter: Erwachsen

Wohnort: DDR (Hotel)

Aussehen: schaut normal aus

Hobbies: mit Miriam knutschen

Charakter: hinterhältig, gewitzt

Beziehungen: Miriam

Systemfreundlich: nein

Franky:

Wohnort: Wohnwagen

Aussehen: unhygienisch

Hobbies: Stones Platten

Beziehungen: Wuschel

Systemfreundlich: nein

Nachbarn der Familie Kuppisch:

Alter: Erwachsen

Wohnort: Sonnenallee

Hobbies: Als Totenbegräber arbeiten

Charakter: verheimlichend

Beziehungen: tote Leute, Nachbarn

Systemfreundlich: nein

Plattendealer:

Alter: Erwachsen

Wohnort: unter der Brücke

Aussehen: düster, dünn

Hobbies: dealen (illegale Platten)

Charakter: wuchernd, selbstsicher

Beziehungen: Plattenfans von illegalen Gruppen

Systemfreundlich: nein

Quellen:

http://www.thomasbrussig.de/


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